Zusammenfassung der Proteste gegen den Burschentag der Deutschen Burschenschaft

12 Jun

Auch in diesem Jahr protestierten wieder mehrere hundert Menschen gegen die Tagung der Deutschen Burschenschaft (DB) in Eisenach. Bereits im Vorfeld machte die DB durch geschichtsrevisionistische Äußerungen auf sich aufmerksam. Ursache der Debatte ist in diesem Fall die Person Norbert Weider, Chefredakteur der Verbandszeitung „Burschenschaftliche Blätter“. Dieser hatte den christlichen Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ und seine Hinrichtung als „juristisch […] gerechtfertigt“ bezeichnet. Die Abwahl Weidners scheiterte in Eisenach, weshalb nun mehrere vermeintlich liberale Burschenschaften aus der DB austreten wollen.

Seit dem Mauerfall findet in Eisenach jährlich der Burschentag der Deutschen Burschenschaft (DB) statt. Dazu treffen sich Hunderte Burschenschafter aus Deutschland und Österreich auf der Wartburg. Der historische Bezug, den sie damit herstellen, ist das Wartburgfest 1817, auf dem zwei Jahre nach der Gründung der Urburschenschaft die frühen Burschenschaften zusammenkamen. Sie gaben sich hier nicht nur ein nationalpolitisches Programm, sondern verbrannten auch mit antifranzösischer, antiaufklärerischer und antijüdischer Stoßrichtung Bücher: unter anderem den Code Civil, der die Gleichstellung der Bürger festschrieb und eine Schrift des deutsch-jüdischen Schriftstellers Saul Ascher, die vor den Gefahren eines übersteigerten Deutschtums warnte.

Eine sehr gute Zusammenfassung der Proteste lieferten die Filmpiraten mit folgendem Video, welches wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen:

 

Referat für Internationalismus und Antifaschismus

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