FU70-Veranstaltungsreihe: Kritische Elemente der FU-Geschichte

Kritische Elemente der FU-Geschichte

- Rückblick auf 70 Jahre Freie Universität

Mehr Infos zu den einzelnen Veranstaltungen unten

Am 04.12.1948 wurde die Freie Universität Berlin offiziell gegründet. In der nunmehr über 70jährigen Geschichte der Universität hat sich einiges ereignet, dass über den von offizieller Seite gern betonten Siegeszug – von der Gründung bis zur Exzellenzuni – hinausgeht.

Bereits Ende des vergangenen Jahres hat der AStA der FU die beinahe 200 Seiten fassende Broschüre „FU70: Gegendarstellungen“ herausgebracht, die neue und alte Texte zur FU Geschichte und dem Umgang mit ihr versammelt.

Der AStA veranstaltet aus dem Anlass des Jubiläum und der erschienen Broschüre im Sommersemester 2019 eine Veranstaltungsreihe.
Gemeinsam mit verschiedenen Hochschulgruppen soll die Geschichte der Universität aus kritischer Perspektive beleuchtet werden. Dazu werden in unterschiedlichsten Veranstaltungsformaten, wie Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Campus-Rundgängen und Film-Screenings, ihre rebellischen und zum Teil fast vergessenen Momente betrachtet: Was gab es über 1968 hinaus an studentischem Protest an der Uni? Welche Rolle spielten Studierende bei der Gründung der FU? Was bedeuten überhaupt Berufsverbote? Was wäre ein adäquater Umgang mit dieser Geschichte und was können wir aus dem allem für heute lernen?

Die Broschüre „FU70: Gegendarstellungen“ ist kostenfrei im AStA FU oder online (https://astafu.de/fu70) erhältlich.
 
 
 

„Vergessene“ Geschichte - Berufsverbote und Politische Disziplinierung in der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West)

 
Was?: Vortrag + Diskussion
Wann?: 10.04., 18Uhr
Wo?: Raum L 115, Seminarzentrum, Habelschwedter Allee 45
+ Ausstellung ab 08.04.2019, Foyer vor den Hörsälen 1a+b,Habelschwedter Allee 45

Veranstalter: FU70-Redaktion + GEW Berlin
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/2076813909038673/

Der ausführliche Ankündigungstext ist hier zu finden.

Unter den Talaren Muff von 70 Jahren? - Kritische Elemente der FU-Geschichte

 
Was?: Podiumsdiskussion
Wann?: 24.04., 16Uhr
Wo?: Raum L 113, Seminarzentrum, Habelschwedter Allee 45

Veranstalter: FU70-Redaktion
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/657283091374251/

Am 04.12.1948 wurde die Freie Universität Berlin offiziell gegründet. In der nunmehr über 70jährigen Geschichte der Universität hat sich einiges ereignet, dass über den von offizieller Seite gern betonten Siegeszug – von der Gründung bis zur Exzellenzuni – hinausgeht.
 
Einigen dieser Aspekte wollen wir anlässlich des Jubiläums und des Erscheinens der Broschüre „FU70: Gegendarstellungen“ in einer Podiumsdiskussion nachgehen. Unter anderem wollen wir diskutieren, welche politischen Entwicklungen es früher an der FU gab, welche davon heute noch relevant sind und welche vollkommen in Vergessenheit geraten. Des Weiteren stellt sich die Frage, wie die FU mit ihrer eigenen Geschichte umgeht und wie sich diese Geschichtsschreibung im Laufe der Zeit verändert hat.
 
Als Referent*innen dürfen wir begrüßen:
 
Juliane Pfeifer:
Juliane Pfeiffer hat Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Neuere Geschichte und Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin studiert und engagiert sich seither in wissenschaftlichen und künstlerischen Initiativen und Projekten zu historischen, (hochschul-)politischen und sozialökologischen Themen in Berlin und Leipzig (u. a. Ausstellungen, Stadtrundgänge, Vorträge, Seminare, Workshops). In ihrer Magisterarbeit (2015) beschäftigte sie sich mit der Geschichte des Berliner Publizistik-Instituts, wobei die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit von dessen Gründungsvater Emil Dovifat im Fokus stand.
 
Prof. Dr. Klaus Peter Kisker:
Klaus Peter Kisker studierte ab 1956 an der sogenannten Freien Universität Volkswirtschaftslehre, arbeitete dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und an der Harvard University. 1971 wurde er habilitiert. Bis heute hält er jedes Semester das Seminar: Marx Reloaded – Die gegenwärtige ökonomische Entwicklung aus marxistischer Perspektive.
 

Die 68er Revolte - Was wir von den Studis damals lernen können und was wir besser machen sollten!

Was?: Gesprächsrunde + Workshop
Wann?: 08.05., 16Uhr
Wo?: Raum JK 26/140, Habelschwedter Allee 45

Veranstalter: SDS Berlin FU
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/274579673485367/

Die 68er haben eine ganze Generation politisiert und das nicht nur in Deutschland. Zugleich wird '68 insbesondere in Deutschland immer als Studierendenprotest begriffen. Wir wollen mit Gisela Notz (Sozialwissenschaftlerin, Historikerin und Zeitzeugin) über die 68er-Bewegung diskutieren, sowohl über ihre Stärken, als auch ihre Lücken. Eine prominente Lücke war beispielsweise sicher auch der Feminismus: Die Frauenbewegung entstand aus der 68er Bewegung heraus und wurde auch als "Revolte in der Revolte" bezeichnet.
Wir wollen im Workshop gemeinsam mit Gisela Notz Fragen sammeln, Strategien und Interpretationen der 68er auswerten und Schlussfolgerungen für heute ziehen!
 

Stud. phil., theaterwissenschaft* - Narrative studentischer Aktivität

Wann?: 22.05., 18Uhr
Wo?: Hörsaal, Institut für Theaterwissenschaft, Grunewaldstr. 35

Veranstalter: FSI Theater-/Film-/Tanzwissenschaft
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/2235931453338871/

Die Theaterwissenschaft ist 1948 eine der Gründungsdisziplin der FU Berlin. Angesiedelt zwischen Theater-, Kultur und Wissenschaftsbetrieb kommt dem Institut für Theaterwissenschaft in der Nachkriegszeit eine besondere Rolle im Dialog von Stadt und Universität zu.

Aus Anlass des 70. Jubiläums der Freien Universität wurde mit Studierenden eine Ausstellung zur Geschichte des Instituts für Theaterwissenschaft von 1948-1968 erarbeitet. Die Ausstellung gewährt Einblicke in institutionelle und personelle Kontinuitäten nach 1945 und thematisiert damit Aspekte der Universitätsgeschichte, die bis heute keinen Eingang in das Selbstverständnis der FU gefunden haben.

Die FSI-Theaterwissenschaft wird in einige Schwerpunkte der Ausstellung einführen und anhand der Geschichte einer der Gründungsdisziplin der FU deren gefeierte Gründungsnarrative und Freiheitsversprechen in Frage stellen. Dabei werden hinsichtlich der Suche nach Dokumenten studentischer Aktivitäten am Institut auch Fragen nach archivarischen Bedingungen der Fach- und Universitätsgeschichtsschreibung thematisiert.

Histo-Kino: Unistreikfilm ‘76/‘77

Was?: Filmvorstellung mit anschließender Diskussion, ein Zeitzeuge ist eingeladen
Wann?: 28.05., 20Uhr (19:30 Einlass)
Wo?: Projektraum H48, Hermannstr. 48, 2. Hinterhof, 1. OG (klingeln bei Projektraum)

Veranstalter: FSI Geschichte und AStA FU
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/870721876592350/

1976 beschlossen über 4000 Studierende auf einer Vollversammlung im Audimax der FU in den Streik zu treten. Der Auslöser waren politisch motivierte Berufsverbote gegen Dotierende an der Universität, die mit diesem auch als Berufsverbote-Streik bezeichneten Protest verhindert werden sollten. Darüber hinaus protestierten die Studierenden gegen die Verschlechterung ihrer Studienbedingungen und ihrer materiellen Situation. Schnell entwickelte sich eine autonome Organisation der Universität, die sich unter anderem in Streik-Cafés und zahlreichen Arbeitsgruppen äußerte. Aus einer dieser AGs entstand der Unistreikfilm, den wir uns gemeinsam ansehen sowie mit euch und mit Zeitzeug_innen diskutieren möchten. Neben der Selbstorganisation (vom Telefondienst bis zur Theatergruppe) sind auch Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit der Polizei auf dem FU-Campus zu sehen.
 
Das Histo-Kino findet im Projektraum H48 (Hermannstraße 48, 12049 Berlin, klingeln bei Projektraum) statt. Dieser befindet sich im 2. Hinterhof, 1. OG. Der U-Bahnhof Boddinstraße (Ausgang Selchower Straße) liegt keine 5 Minuten Laufweg entfernt. Der Raum ist durch einen Fahrstuhl barrierearm zu erreichen. Der Film inkl. Einführung und evtl. anschließender Diskussion startet um 20 Uhr. Der Raum ist aber bereits ab 19:30 Uhr offen.
 

Wie Bologna die Studierendenbewegung brach - Die Auswirkungen der neoliberalen Hochschule

Was?: Vortrag + Diskussion
Wann?: 05.06., 16Uhr
Wo?: Raum L 113, Seminarzentrum, Habelschwedter Allee 45

Veranstalter: Referat für Hochschulpolitik (AStA FU)
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/507285883136852/

Die einst florierende Studierendenbewegung, die auch nach 68 noch mehrere Jahrzehnte anhielt, ist spätestens 2019 nur noch ein kümmerlicher Rest ihrer selbst. Der Campus der sich selbst als Frei bezeichnenden Universität ist vollends entpolitisiert und wird nur durch
vereinzelte Aktionen politisch *genutzt*. Die meisten Fachschaftsinitiativen ringen um Nachwuchs, da sich kaum noch Studierende für die Mitgestaltung und Selbstorganisierung an ihrer Hochschule interessieren.
Letztlich verlaufen die meisten studentischen Aufrufe im Sande, Aktivismus an der Uni ist ein hartes Pflaster geworden. Überhaupt haben Hochschul- und Bildungspolitik ihren emanzipatorischen Glanz der 68er verloren.

Wie konnte es zu dieser (hochschul-)politischen Lethargie unter den Studierenden der sogenannten Freien Universität kommen? Studentischer Aktivist a.D. und AStA-Referent für Hochschulpolitik Robert Jung sieht eine Antwort im gestiegenen Leistungsdruck durch die Bolognareform. Er legt dieser Beobachtung die These zugrunde, dass Freiräume zeitlicher, räumlicher und geistiger Art für jede emanzipatorische Bewegung essenziell sind.

Der Vortrag behandelt die Auswirkungen, die die zunehmende Arbeitsmarktorientierung der Hochschule die eben diese Freiräume, die das Studieren vor zwei Jahrzehnten noch bot, zunichte gemacht hat.

40 Jahre FSI Geschichte – Einblicke ins Archiv einer Fachschaftsinitiative

 
Was?: Lesung + Diskussion
Wann?: 19.06., 18Uhr
Wo?: Raum JK 26/140, Habelschwedter Allee 45

Veranstalter: FSI Geschichte
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/360190664610677/

1979 wurde am Friedrich-Meinecke-Institut die FSI Geschichte gegründet. 40 Jahre später liegen 20 Leitz-Ordner, eine Mappe mit Plakaten und ein großer Haufen loser Dokumente ungeordnet in einem fensterlosen Kabuff.
 
Anlässlich des Jubiläums wühlten wir uns in die kurz vor dem Verfall stehenden Unterlagen, um die wichtigsten Ereignisse in 40 Jahren FSI-Arbeit zu rekonstruieren. Stolz können wir euch nun alle Hits aus den 80ern, 90ern, 2000ern und das Beste von heute präsentieren und endlich Fragen von historischer Tragweite beantworten: Wo befand sich der Vorläufer des Histo-Cafés? Und wer hat schon damals seine Tassen nicht gespült? Wie verhielt sich die Ini in den großen Studi-Streiks der 80er und 90er Jahre? Was stand im legendären Störte-Kicker zur WM 98? Und welche Plakatmotive benutzen wir schon seit 30 Jahren, um neue
Erstis zu agitieren?
Zu diesen und weiteren Fragen wollen wir uns mit euch gemeinsam in gemütlicher Runde (Bier) interessante und kuriose Dokumente anschauen.
 
Mit etwas Glück verirren sich ja auch Zeitzeug_innen zur Veranstaltung und erzählen uns wer schuld daran war, dass die große Fete am 13.2.87 aus mangelndem Organisationswillen gestrichen wurde?!
 

Kritische Psychologie – Erinnerungen an ein vergessenes Institut

Was?: Vortrag + Diskussion
Wann?: 03.07., 16Uhr
Wo?: Raum JK 26/140, Habelschwedter Allee 45

Veranstalter: FSI Psychologie

  • Facebook-Event folgt
  • Beschreibung folgt

kritisch-historischer Campusrundgang

 
Was?: Führung über den Campus mit kleinen Inputs
Wann?: 05.07., 16Uhr
Wo?: Brümmerstr./Faradayweg, (Ausgang U Freie Universität/Thielplatz)

Veranstalter: FU70-Redaktion
Facebook Event: https://www.facebook.com/events/321667531815244/

Beim kritisch-historischen Campusrundgang wird die bewegte Vergangenheit der Freien Universität beleuchtet. Das Campusgelände steht nicht nur, wie es die Unileitung gerne betont, für „exzellente“ (friedliche) Forschung, sondern auch für die Entwicklung von Giftgas, Forschung im Dienste der NS-Rassenideologie und die Verdrängung gesellschaftskritischer Positionen. Ebenso fanden hier aber auch zahlreiche soziale Proteste statt, deren Errungenschaften bis heute erhalten blieben.
 
Startpunkt ist um 16Uhr an der Brümmerstr./Faradayweg, (Ausgang U Freie Universität/Thielplatz).
 

Die Gründung der FU Berlin von unten - über den Einfluss der Studierenden

 
Wann?: 10.07., 16Uhr
Wo?: Raum L 113, Seminarzentrum, Habelschwedter Allee 45

Veranstalter: FSI*OSI
Facebook Event: https://www.facebook.com/events/293819594860024/

Heutzutage ist die Freie Universität Berlin eine Hochschule wie jede andere in Deutschland. Die selbe Satzung, ein verschultes Studium und kaum Mitbestimmung für andere Statusgruppen außer der Professor*innen.

Doch das war nicht immer so. Die Freie Universität wurde unter gänzlich anderen Vorzeichen gegründet. Als eine Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden, als vielversprechende und zur damaligen Zeit außergewöhnlich demokratische Hochschule.
Denn die Initiative zur Gründung der FU kam von den Studierenden der damaligen Humboldt-Universität, eingeengt durch die repressive Politik der SED und der sowjetischen Besatzungsmacht.
Die Studierenden kämpften für ihre eigene "freie" Universität und sollten sie schließlich auch bekommen.

Dieser Vortrag soll die Gründungsgeschichte der Freien Universität wiedergeben, mit besonderem Fokus auf der Arbeit der Studierenden.
Außerdem ob, und was man von den sogenannten Gründungsstudierenden von damals lernen kann und ob der heutzutage noch oft rezitierte "Gründungsgeist" überhaupt noch etwas mit der modernen FU zu tun hat.

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