Stellungnahme des AStA TU zu Burschenschaften

24 Jan

Anbei veröffentlichen wir eine Erklärung des Allgemeinen Studierendenausschuss der TU Berlin vom 09.01.2013 zum Thema Burschenschaften und studentische Verbindungen. Wir freuen uns über die Solidaritätsbekundungen.

 

Stellungnahme zu Burschenschaften und studentischen Verbindungen

 

Nicht nur die Debatte um die Mitgliedschaft des Berliner Staatssekretär für Soziales, Michael Büge (CDU) in der Burschenschaft Gothia gab neuen Antrieb in der Berliner Diskussion um Burschenschaften und andere studentische Verbindungen.
Bei einer Abschlussfeier der Juristen an der FU Berlin erschienen auch farbentragende Absolventen. Als sich ein anderer Teilnehmer der Veranstaltung darüber empörte, reagierte der Dekan der Fakultät sofort – doch nicht so wie es zu erwarten gewesen wäre. Anstatt der Burschen, schmiss er den protestierenden Studierenden von seiner eigenen Abschlussfeier.

Als AStA TU sind wir empört über eine solche Reaktion. Daher solidarisieren wir uns mit dem Beschluss des Studierendenparlaments der FU vom 27.11.2012, denn auch wir vertreten die Meinung, dass: „Nahezu alle Studentenverbindungen [...] für Elitarismus und Sexismus [stehen], darüber hinaus zu weiten Teilen für Rassismus, National-Chauvinismus, Antisemitismus und Diskriminierung von Menschen mit Behinderung.“ (Auszug aus dem Beschluss)
Aus unserer Sicht ist es ein Skandal, dass die hohen Posten in Politik und Wirtschaft durchsetzt sind mit Verbindungsmitgliedern, wie der Fall Michael Büge mal wieder zeigt.
Wir stellen uns klar gegen solch elitäres Geklüngel – an Hochschulen und überall sollte kein Platz für solche Gruppen sein. Hochschulen dürfen die Spaltung der Gesellschaft nicht beflügeln sondern müssen ihr etwas entgegensetzen.

Daher fordern wir auch an der TU ein klares Vorgehen gegen farbentragende Verbindungsstudenten auf dem Campus, da diese Art der Uniformierung nicht nur für eine autoritäre Tradition steht, sondern weil wir studentische Verbindungen nicht tolerieren und es nicht Normalität werden darf, dass sie sich selbstbewusst überall zeigen können. Außerdem verurteilen wir die verdeckten Anwerbungsversuche über das Angebot von billigen Wohnräumen in den Verbindungshäusern, sowie das offene Werben in Form des Keilens (Anwerben in der Verbindungssprache) bei Semesterauftakt.

 

AStA TU

 

http://asta.tu-berlin.de/drupal7/presse/stellungnahme-zu-burschenschaften-und-studentischen-verbindungen

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