Stellungnahme des AStA der FU zur Nicht-Entziehung des Doktorgrads von Dr. Franziska Giffey

Pressemitteilung des AStA FU Berlin vom 05.11.2019

Am Mittwoch, den 30.10.2019 gab das Präsidium der FU Berlin bekannt den Doktortitel von Frau Giffey nicht zu entziehen und stattdessen eine Rüge zu erteilen. Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) nimmt wie folgt Stellung. Weiterlesen

Der Prozess war intransparent. Nach §51 BerlHG nimmt der AStA an Sitzungen des Präsidiums teil. An der FU ist uns dies auf Grund einer undemokratischen Teilgrundordnung in Verbindung mit der Erprobungsklausel (§7a BerlHG) nicht möglich. Auch an der Diskussion über Frau Giffeys Doktorarbeit hätten wir gerne teilgenommen. Eine eingehende Auseinandersetzung mit der Thematik durch Studierende wird so verhindert.

Der Bericht des Prüfungsgremiums ist bisher nicht veröffentlicht. Der Prozess der Analyse der Doktorarbeit begann sehr offen und demokratisch auf VroniPlag. Jetzt muss auch die endgültige Entscheidung der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Wir fordern die Veröffentlichung des Berichts des Prüfungsgremiums sowie das Protokoll der Präsidiumssitzung.

Janik Besendorf, Referent und Hochschulberater des AStA: "Ich war überrascht, dass Frau Giffey mit einer Rüge davon kam. Ich habe schon einige Studierende beraten, die wegen Zitationsfehlern ihre Bachelorarbeit wiederholen mussten.

Die Entscheidung eine Rüge zu erteilen ist die, die die FU und Giffey jeweils am besten dastehen lässt. Frau Giffey muss so keine politischen Konsequenzen ziehen. Hätte die FU ihr den Doktortitel entzogen, hätte sie sich auch selbst attestiert, dass sie Frau Giffey mangelhaft geprüft hat.

Das hätte auch ein schlechtes Licht auf die kürzlich von der FU gewonnene Exzellenzinitiative und die Direktorin des Exzellenzzentrums "The EU and its Citizens" und Prüferin von Frau Giffey, Prof. Tanja Börzel geworfen.

Weiterhin schließen wir uns der Kritik von Prof. Grottian an, dass der Arbeit die wissenschaftliche Distanz fehlt, da Frau Giffey über die Beteiligung der Zivilgesellschaft an der EU-Politik am Beispiel von Berlin-Neukölln schreibt, während sie selbst von 2002 bis 2010 Europabeauftragte des Bezirks war

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