AStA FU informiert Edward Snowden über Ehrentitel und fordert Asyl für Edward Snowden

AStA FU

Der AStA FU hat Edward Snowden einen Brief verfasst, in dem dieser über seine am 18.06.2014 vom Akademischen Senat (AS) beschlossene Ehrenmitgliedschaft informiert und dazu beglückwünscht wird. Der Brief soll in den kommenden Tagen über politische Kanäle zugestellt werden. Der AStA FU begrüßt die Entscheidung des AS als erfrischendes Signal für eine neue, andere politische Ausrichtung der FU jenseits von akademischem Standesdünkel, Exzellenzwahn und Obrigkeitshörigkeit. Zudem fordert der AStA FU Asyl für Edward Snowden, da nur so Studierende und andere Universitätsmitglieder in einen persönlichen und wissenschaftlichen Austausch mit dem neuen Ehrenmitglied Snowden treten können.

Sehr geehrter Herr Snowden,

hiermit möchten wir, der Allgemeine Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin, Sie darüber informieren, dass der Akademische Senat der FU am 18.06.2014 beschlossen hat, Ihnen die Ehrenmitgliedschaft der Freien Universität zu verleihen. Der Antrag wurde von Studierenden eingebracht und würdigt Ihre Verdienste für Transparenz, Gerechtigkeit und Freiheit als „in höchstem Maße mit den Grundsätzen der FU ‚Veritas‘, ‚Iustitia‘ und ‚Libertas‘ konforme Haltung“. Die weitere Begründung findet sich in dem Antragstext, den wir Ihnen anbei übersenden.

Wir möchten Ihnen zur Ehrenmitgliedschaft gratulieren und hoffen sehr, schon bald in einen persönlichen wie wissenschaftlichen Austausch mit Ihnen treten zu können!

Hierzu möchten wir Sie zu einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Datenschutz in Zeiten von Überwachung und Geheimdiensten“ einladen, die wir bereits seit Februar dieses Jahres planen: http://www.astafu.de/content/edward-snowden-die-fu-berlin-eingeladen-%E2%80%93-veranstaltungsreihe-des-asta-geplant-ehrenmitglied. Wir hoffen dabei auf weitere dringende wissenschaftliche Impulse sowie auf eine weitere Sensibilisierung nicht zuletzt Studierender für die Gefahr von Machtkonzentration und Elitenbildung bei gleichzeitiger Entdemokratisierung der Gesellschaft.

Diese ist bislang an der schwierigen Kontaktaufnahme gescheitert – nun sind wir aber hoffnungsvoll, dass ein Dialog bald zustande kommen könnte. Gern möchten wir uns dabei auch mit Ihnen über die aus ihren Enthüllungen folgenden wissenschaftlichen Perspektiven und politischen Bewertungen austauschen.

Mit freundlichen Grüßen

AStA FU

„Die Ehrenmitgliedschaft für Snowden ist ein bemerkenswerter Schritt weg vom bisherigen Exzellenzwahn, akademischer Selbstbeweihräucherung und professoralem Standesdünkel. Die Frage danach, was wissenschaftlich ist, wurde auf emanzipative Art und Weise beantwortet. Nicht zuletzt hat die FU Berlin damit Stellung bezogen für selbstbestimmtes Denken und Handeln statt Gehorsam, insbesondere wenn es darum geht Grundrechte gegen Überwachungs- und Repressionsorgane aktiv zu verteidigen. Der Beschluss des Akademischen Senats drückt aber auch eine deutliche inhaltliche Ablehnung der intransparenten, autoritären und undemokratischen Verhältnisse an der FU Berlin aus.“, heißt es aus dem Referat für Kommunikation und Antirepression des AStA FU.

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