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Tom's Bar: Türken raus!?

Presseerklärung der Schwulen Internationale Berlin e.V.

Selman Arikboga, langjähriger Vorsitzender der Schwulen Internationale Berlin e.V., wurde in der Nacht zum 22.12.94 aus der Schwulenkneipe Tom's Bar in der Motzstraße in Berlin herausgeworfen. Der Rausschmiß erfolgte, kurz nachdem Selman die Bar betreten hatte. Einziger Grund für den Rausschmiß: Selman kommt aus der Türkei.

Zur Begründung erklärte ein Heiner, der sich als Geschäftsführer von Tom's Bar vorstellte, daß es in letzter Zeit zunehmend Taschendiebstähle gegeben habe, die er offenbar Türken unterstellte. Daher habe man beschlossen, daß Türken das Lokal nicht mehr betreten dürfen.

Zu einem klärenden Gespräch unter Vermittlung von Mann-O-Meter erschien kein Vertreter von Tom's Bar.

Die Schwule Internationale Berlin wendet sich mit aller Schärfe dagegen, Menschen einer bestimmten Nationalität pauschal als Verbrecher abzustempeln. Würde man so vorgehen, käme die deutsche Bevölkerung nach den Vorgängen in Rostock, Solingen, Mölln und Hoyerswerda in kein Lokal mehr rein.

Einen unbescholtenen und gesellschaftlich engagierten Menschen wie Selman Arikboga nur wegen seiner Haar- und Hautfarbe vor die Tür zu setzen, ist eine scharf zu verurteilende Peinlichkeit, die einen Riß in der Gay Community hinterläßt.

Einige Mitarbeiter von Tom's Bar haben sich schon früher nicht durch schwule Solidarität oder gar Hilfsbereitschaft ausgezeichnet. Die verantwortlichen Mitarbeiter von Tom's Bar sind daher dringend aufgefordert, einen in geistiger Enge begründeten Rassismus abzulegen und sich wieder als Teil der schwul-lesbischen Gemeinschaft in dieser Stadt zu verhalten.

Berlin, 05.01.95

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Datum: 05. Januar 1995, last update: Nov 5, 2003 5:53 am