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Im Sommersemester 2009 jährte sich zum 28. Mal die Gründung des FU-Schwulenreferats. 1981 steckte die zweite deutsche Schwulenbewegung in ihren Jugendjahren. Die Aufbruchstimmung der 70er sah sich nach der konservativen Wende durch die Notwendigkeit verdrängt, das Erreichte gegen einen zunehmenden Druck zu erhalten. Dabei sollten Schwulenreferate an den Universitäten eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Das erste von ihnen in der Bundesrepublik war das im AStA der FU.
Begründet vom Arbeitskreis Homosexualität der "Aktionsgemeinschaft der Demokraten und Sozialisten" (ADS), wurde dem Schwulenreferat die Aufgabe zuteil, Hilfestellung für schwule Studierende zu leisten. Das vor allem für Neuberliner und Schwule im Coming-out belastende Doppelleben zwischen dem subkulturellen Ghetto und der heterosexuellen Uniwelt sollte, wie das im Jahrzehnt zuvor gesamtgesellschaftlich mit der neuen Schwulenbewegung begonnen wurde, kollektiv überwunden werden. Es ging schlicht um das Recht, sich nicht verbergen zu müssen. Das Schwulenreferat mit Treffs, Feten und Infos wurde als ein erster Schritt in diese Richtung angesehen. Über diese klientelbezogene Arbeit hinaus wollte man der Diskriminierung von Homosexualität in Wissenschaft und Medien entgegentreten.
Vieles von dem, was am Beginn der Referatsarbeit stand, hat nichts von seiner Aktualität verloren. Teils weil es, wie das Bestreben, die Vereinzelung an der Massenuniversität zu überwinden, jedes Semester von neuem wichtig ist, teils weil sich dem gesteckten Ziel bisher nur wenig angenähert werden konnte. Dies gilt im Besonderen für die Forderung, die heteronormative Dominanz in den Wissenschaften zu brechen, wenn auch an einzelnen Fachbereichen Veranstaltungen zu lesbisch-schwulen und transgender Themen vielleicht weniger schockierend geworden sind. Sie sind aber nach wie vor erschreckend selten.
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