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Wissenschaft und Barbarei

Zuhauseseite des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) an der Freien Universität Berlin
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Beiträge zur Biotechnologie- und Medizinkritik




Gegenüber der Medizin an der FU und den mit ihr auf vielfältige Art verquickten Biotech-Unternehmen auf dem Campus-Gelände ist unserer Ansicht nach nicht nur Solidarität, sondern auch Kritik angezeigt. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe fordern wir daher den Erhalt der FU-Medizin als Reformstudiengang nur mit einem integrierten "Lehrstuhl für Wahnsinn" und einem "antimedizinischen Institut"!



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Alle folgenden Veranstaltungen finden in der Rostlaube statt (Habelschwerdter Allee 45, Raum J 32/10).


Die Geburt des Biokapitalismus

Verschiedene Generationen der Kritik haben unterschiedliche Perspektiven zu den Folgen moderner Technik eingenommen. Während viele Genetiker ihr Tun damit begründen, dass die Natur selbst schon Prozesse der Selektion und Klonierung vornähme, argumentieren einige Kritiker der Gentechnik nicht minder naturalistisch, indem sie von einer natürlichen Balance ausgehen, die nicht oder nur bis zu einem gewissen Grad gestört werden dürfe. Anhand des Genres der Science Fiction wollen wir deshalb versuchen, Potential und Ambivalenz der Biotechnologien auszuloten.

Zeit: Mittwoch, 29. Mai 2002, 18 Uhr
Referenten: Kai Kaschinski; Michael Weingarten

Unterstützt von Das Argument - Zeitschrift für Philosophie und Sozialwissenschaften


Medizin und Verbrechen

Die nachbürgerlichen Epoche ist laut Max Horkheimer die Ära der Rackets. Ein Racket, so seine Definition, "ist eine unter sich verschworene Gruppe, die ihre kollektiven Interessen zum Nachteil des Ganzen durchsetzt". Dieser Diagnose folgend, werden wir u.a. am Beispiel der Brechmittelvergabe von Ärzten an Mitglieder der schwarzen Community, die in der Tötung des 19-jährigen Achidi John gipfelte, sowie an der Zwangsverstümmelung von Hermaphroditen die Ärzte- und Medizinkritik der kritischen Theorie nachzeichnen.

Zeit: Mittwoch, 5. Juni 2002, 18 Uhr
ReferentInnen: Carl Wiemer; N.N.


Das genetische Dispositiv und der Diskurs der Bioethik

Thema dieser Veranstaltung ist die Verwaltung der Menschen als Risikofaktoren durch eine gen-ethisch aufgerüstete Medizin. Dadurch wird jedes Individuum wie auch ein Teil der Bevölkerung insgesamt als isolierter Fall betrachtet und notfalls wegtherapiert. Das medizinische Wissen wird prognostisch, die Heilung des Menschen präventiv und die Politik durch den Rechtsdiskurs der Bioethik mörderisch.

Zeit: Montag, 10. Juni 2002, 18 Uhr
ReferentInnen: Gerburg Treusch-Dieter, Christian Judith


Antifaschistische Perspektiven

"Die Ermordung der Irren enthält den Schlüssel zum Juden-Pogrom", schrieb Max Horkheimer bereits 1941. Wie eng die Vernichtungspolitik der Nazis mit der Biologisierung des Sozialen und der Pathologisierung des Mentalen zusammenhängt, ist Aufgabe einer Kritik der Zwangspsychiatrie. Die psychiatrische Genetik, eine Neonazi-Eugenik, sitzt mittlerweile an den Tischen der Regierenden. Dass sich ihre neurechten Auslesephantasien bereits in den bevölkerungspolitischen Leitlinien der rotgrünen Regierung niedergeschlagen haben, soll am Beispiel des SPD-Parteikonzepts "Familienpolitik für das 21. Jahrhundert" illustriert werden.

Zeit: Montag, 17. Juni 2002, 18 Uhr
Referenten: Peter Kratz, René Talbot

Kulturreferat im AStA der FU Berlin

last update: Apr 10, 2005 7:58 am [Zurück]
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