Beginnen möchte ich mit dem Jahr 1969. Da kam ich aufs Gymnasium. Das war keine Selbstverständlichkeit. In unserer Stadt gab es bis dahin zwei Gymnasien: eines für Mädchen und eines für Jungen, ein altsprachliches Gymnasium. Justament im Jahre 1969 wurde die neusprachliche Einrichtung fertig, für Jungen _und_ Mädchen. Weil es bis dahin nur die altsprachliche Schule gab, galt das Gymnasium in unserer Familie als ein wenig elitär. Das Konzept der sozialdemokratischen Landesregierung hieß: Bildung auch für Arbeiterkinder. Ich erinnere mich an das Gerede: Der Junge! Ans Gymnasium! Schafft der das? Mensch, da musst Du Dich aber anstrengen! Meine Oma war sehr beeindruckt. Als acht Jahre später mein damals noch kleiner Bruder an selbiger Schule eingeschult wurde, war bereits alles ganz anders. Ein Kulturwechsel hatte sich vollzogen: Gymnasium war normal, auch für Kinder von Nichtakademikern. [1] Ich will jetzt nicht übers Schulsystem philosophieren. Meine Brüder haben nach ihrem Abi eine Ausbildung gemacht. 10 Jahre früher hätte man gesagt: Wozu brauchen die ein Abi? In den 1980ern ging nichts mehr ohne Abitur. Entweder, weil die Auszubildenden jetzt schlauer sein mussten, oder weil auf diese Art und Weise die Kinder nicht so früh ins „Arbeitsleben“ geraten sollten – darauf komme ich noch zurück.
1978 jedenfalls hatte ich mein Abi und durfte studieren. Oma war immer noch beeindruckt. Junge, sei fleißig, in den Ferien musst du arbeiten, das Studium kostet Geld. Ich bekam BAFöG, das reichte natürlich nicht, in der vorlesungsfreien Zeit habe ich gejobbt.
Ja. Was macht man so an der Uni? Ich war 18, als ich das Studium begann. Ich hatte keinen Plan. Also habe ich Jura studiert. 10 Jahre später konnte ich bei Ralf Dahrendorf [2] nachlesen: Wer keine Ahnung hat, was er machen soll, und in allem eher mittelmäßig ist, wird Jurist. Nun, 1978 konnte ich mir diesen Schuh anziehen.
Im Ruhrgebiet wuchsen die ersten Unis aus dem Boden. Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg – zuerst als Gesamthochschulen, später alles Universitäten. Ein sozialdemokratisches Projekt. Vor 50 Jahren war da nichts. Es gab zwar jede Menge Kohle, aber nicht für Bildung oder Ausbildung. Ich wollte eigentlich nach Bochum. Die ZVS war dagegen. Ich kam nach Marburg. War auch nicht schlecht. Inzwischen nannten sich diese Einrichtungen „Massenuniversitäten“. Die Uni Marburg (auch M/L genannt), hatte ca. 15.000 Studierende, als ich anfing, und war damit hoffnungslos überfüllt. Als ich aufhörte, waren es 17.000. Die Fachbereiche Jura und WiWi hatten sich beinahe verdoppelt, die Medizin hatte um mehr als 1/3 zugelegt. Der FB Erziehungswissenschaften war beträchtlich kleiner geworden, das studierte niemand mehr. Keine guten Berufsaussichten: Zu viele arbeitslose Lehrer. Der Fachbereich bekam daher auch weniger Geld von der Uni. Das soll heute mal jemand sagen...
Ohne lügen zu müssen: Ich war nicht der einzige, der völlig unbedarft an die Uni und den Fachbereich marschierte. Dahrendorf hatte Recht. Wir waren gut 280 Erstsemester, der Fachbereich hatte einen Hörsaal mit 400 Sitzplätzen. 6 Jahre später waren es über 400 Erstis und der Hörsaal war überfüllt. Es gab Klausuren, die haben 500 – 600 Leute mitgeschrieben, die mussten dann ins Audimax.
Es gab Pflichtveranstaltungen, die im Belegbogen als belegt dokumentiert werden mussten, oder in denen Klausuren und Hausarbeiten geschrieben wurden, die zu bestehen waren. Ich war zunächst verunsichert und habe alle Vorlesungen, die für mein Semester vorgesehen waren, erst einmal besucht – auch solche ohne größeren Erkenntnisgewinn... Das Studium selbst zu organisieren, das ist ein Lernprozess, der dauerte einige Semester.
280 Leute in einem Hörsaal bekamen so genannte Frontalvorlesungen geboten. Spötter meinten: Frontalvorlesung! Das Gegenteil ist Rektalvorlesung! Das glaube ich nicht. Bei einigermaßen dialektischer Betrachtung wird man zu dem Ergebnis kommen, dass diese Begriffe identisch sind. Frontalvorlesung heißt: Vorne beginnt ein Prof eine Rede und nach 90 Minuten hört er damit auf. Vielleicht hat er zwischendurch auch einige Fragen gestellt. Das war aber eher selten. Besonders lustig waren jene Veranstaltungen, in denen ein Prof seine Theorie verkündet, 99 % der Anwesenden aber den Gedankengängen nicht folgen konnten. Folglich kommandierte er: „Schreiben Sie auf!“ – um dann seine kluge Überlegung zu diktieren. [3] Nun: Wer sich das gefallen lässt... Immerhin stammt von diesem Herrn der schöne Satz: „Rechtswissenschaften? Die gibt es gar nicht. Wo ist denn da die Wissenschaft?“ Stimmt völlig. Rechtswissenschaft ist nämlich Zitierwissenschaft. Das heißt: Es werden fleißig die klugen Ideen anderer als Beleg für die eigene nicht vorhandene Meinung angeführt. [4]
Im ersten Semester hatten wir Rechtsgeschichte. Irgendwie erinnerte mich das an die Schule: Wir beginnen bei den alten Römern und kommen dann zum germanischen und deutschen Recht. Die Vorlesung endet in einem Abfeiern der Verfasser des Bürgerlichen Gesetzbuches in seiner ursprünglichen, klaren Fassung. Das war 1896. Es wird die Begriffsjurisprudenz gewürdigt. Das ist die hohe Kunst, Begriffe zu definieren, um dann mit diesen Begriffen Gesetze zu konstruieren. Schöne Sache. Theorie des 19. Jahrhunderts. Heute überholt. [5] Hat mit Sozialwissenschaft nichts zu tun. Das 20. Jahrhundert kommt an der Uni nicht mehr vor. Dass die Gesetzesformulierer einer bestimmten Bevölkerungsschicht entstammten und dementsprechend ihre eigene Ideologie in einen Gesetzestext formten, der den Schutz der materiell weniger Begüterten nicht vorsieht – kein Mucks in einer Vorlesung.
„Wir müssen uns herumschlagen mit schlechten Arbeitsbedingungen, mit miserablen Vorlesungen...“ Der Satz war 15 Jahre später unter durchaus anderen Bedingungen immer noch aktuell. Aber um ehrlich zu sein: Eine Kritik a) der Veranstaltungen und b) der Lehrinhalte fand zunächst nicht statt. Das wurde an diesem konservativen Fachbereich alles so geschluckt.
1980/1981: Mit der Zeit wirst Du älter und klüger. Die Zeit an der Uni, um sich selbst entwickeln zu können, sollte gar nicht unterschätzt werden. Es war die Zeit der Bürgerinitiativen: [6] Anti-AKW, Friedensbewegung und vor allem auch – klein, fein, oft übersehen – kommunalpolitische Initiativen, gegen Autobahnen, Startbahnen, Betonwahn, Fabriken vor dem Haus. Später wurde der Begriff der „sozialen Bewegungen“ [7] kreiert. Es konstituierte sich die grüne Partei. Als wesentlich festzuhalten ist, dass sich hier Menschen außerhalb vorgegebener Politikmuster organisierten. Das hatte mich schon immer sehr fasziniert. Um hier gleich die Verbindung mit dem Studium herzustellen: In der Staatsrechtsvorlesung wurde deutlich gesagt: Die BRD ist eine mittelbare Demokratie. Das Volk nimmt an der Willensbildung teil durch Wahlen. Es kann an der Urne seine Stimme abgeben. Und dann ist die Stimme weg. Volksbegehren, Bürgerentscheid? So etwas steht im Grundgesetz nicht drin, das kann und darf es daher nicht geben. Pures Teufelswerk.
Wir haben am Fachbereich eine undogmatische Hochschulgruppe gegründet. Politik und politisches Engagement sollte nicht ein Monopol der etablierten Parteien sein. Die Stimme bleibt da, wo sie ist! Das war dann auch der erste Schritt zu einer inhaltlichen Studienkritik. Du hattest an der Uni den Freiraum, durch Gespräche mit anderen Dir eine Meinung zu bilden und eine Kritik zu entwickeln. Diese Entwicklung war ein Prozess. Und der braucht Zeit.
„Von professoralen Fachidioten zu Fachidioten“ ausgebildet zu werden, diesen Satz hatten wir beinah wortgleich in unseren ersten Flugblättern formuliert – ohne Quellenangabe und ohne Kenntnis, dass 15 Jahre vor uns andere Studierende die Misere der Universität genauso gesehen hatten – als die Uni noch keine „Massenuniversität“ war. Rechtswissenschaft, das war und ist das Vermitteln von Herrschaftstechniken und Herrschaftswissen. [8] Die Vermittlung der gesellschaftlichen Funktion von Recht ist nicht Gegenstand der Ausbildung. Es wird also nur vermittelt, wie Recht, nun ja, „angewendet“ wird. Wem es nutzt, wem es schadet, in welchem gesellschaftlichen Kontext es erlassen wurde zur Regelung welcher Rechtsbeziehungen zwischen den Menschen: Fehlanzeige. Das mussten wir uns selbst erarbeiten. [9] Das Ende als Fachidiot ist vorgezeichnet. Wer jemals Jura-StudentInnen nach einer Klausur auf dem Flur gesehen hat, wie abstruse Theorien über den abstrusen Klausurfall debattiert werden, kann sich davon ein Bild machen.
„Von Richtern und anderen Sympathisanten“ ist ein Film von Axel Engstfeld, der in M/L 1982 uraufgeführt wurde. Der Titel mag jetzt vielleicht in eine andere Richtung deuten: Es geht um Nazi-Richter, um Nazi-Prozesse, um die Nichtverfolgung der Täter, die Benachteiligung der Opfer in der Bundesrepublik Deutschland, um den unveränderten Fortbestand der juristischen Elite. Die Fachschaft hatte mit dem studentischen Filmclub die Uraufführung organisiert. Der Erkenntnisgewinn war ungemein. Nazismus kam in der Ausbildung selbstverständlich überhaupt nicht vor. Meine Güte. Wenn da jemand die Kontinuitäten bemerkt hätte... Der „Muff von 1000 Jahren“ war immer noch da. Zum Beispiel in Gestalt jenes älteren Herrn, der am Fachbereich herumgeisterte, ein Emeritus, der den Kommentar zum Wehrstrafgesetzbuch im Dritten Reich verfasst hatte. Oder jener Prof, der die Kapp-Putschisten verteidigte mit den Worten, von den Putschisten und Mördern sei niemand von seinen Standesgenossen als Mörder strafrechtlich verurteilt worden, weshalb der Begriff Mörder für die Mörder völlig unangemessen, ja sogar strafbar sei wegen Beleidigung. Oder all die auch heute gängigen Kommentare und Lehrbücher, herausgegeben von Personen, die im Dritten Reich eine führende Rolle in der Verwaltung oder an den Universitäten innehatten: Schlegelberger, Palandt, Larenz, Maunz, Dreher, Dahm, Forsthoff, Wieacker, Mezger, Huber...
Diese Erkenntnisprozesse konnten nur gelingen, indem Du die Möglichkeit hast, Dich mit anderen, auch Höhersemestrigen, auszutauschen und selbst Veranstaltungen zu organisieren und dort zu debattieren. Und wenn Du die Gelegenheit hast, von anderen zu lernen, die nicht dem etablierten Lehrbetrieb angehören. Am Fachbereich Politische Wissenschaften konnte ich ohne jegliche Probleme ein Seminar zu Rechtsfragen des Zivildienstes besuchen. Das Seminar war pickepackevoll. Der Schein wurde an meinem Fachbereich natürlich nicht anerkannt. „Der Dozent soll genau so der Kritik seiner Studenten unterworfen sein wie der Student dem Urteil seiner Lehrer“ – das kann z. B. durch Alternative Vorlesungsverzeichnisse erreicht werden. Es muss dann natürlich eine Kritik am herrschenden Lehrbetrieb formuliert werden (können).
Am Fachbereich hatten wir eine Wand als Aushangsmöglichkeit für Wandzeitungen für uns reklamiert. Der Dekan hat es dann angesichts angedrohter Renitenz toleriert. Wandzeitungen! Du organisierst bei einer Druckerei einige Endrollen, schreibst in 10 Minuten einen Text, klebst vielleicht noch einen guten Comic rein oder die von Dir kritisierten Artikel, und ab an die Wand. Da standen dann fast immer Leute vor. In jedem Fall war dies eine schöne Möglichkeit, eine eigene Meinung zu vermitteln und zu Diskussionen anzustiften, bis hin zum Aufruhr. Und es ging schneller und vor allem billiger, als Flugblätter zu drucken. Die Mensa hing voll mit Wandzeitungen. Streit gab es höchstens über die Frage, ob es nicht an der Zeit sei, eine bestimmte Wandzeitung abzuhängen, damit Platz für die nächste ist. Vor der Mensa standen ein gutes Dutzend Flugblattverteiler. Werbung war verpönt. Irgendwann Mitte der 1980er kam der Mensa-Sheriff und faselte etwas von Brandschutz. Heute sind alle tragenden Pfeiler in der Mensa vollgepappt mit irgendwelchem Werbeunsinn, billige Abos für Studis, Versicherungen, Banken, Kaufrausch, billig, billig, nur noch Kommerz – das Zeug brennt anscheinend nicht. Informationen, ein Austausch darüber, das findet nicht mehr statt. Und vor der Mensa stehen nur noch 2, 3 Flugblattverteiler. Und die verteilen kommerzielle Werbung.
Unser Dekan meinte einmal, die politischen Gruppen sollten nicht so viel stänkern, außerdem hätten sie kein politisches Mandat. Was haben wir herzlich über diesen Maulkorb gelacht. „Autorität muß täglich verdient werden und liegt allein in der Person, nicht in der Stellung“. Ich teile diesen Satz nicht unbedingt, jedenfalls nicht die erste Hälfte, wegen der postulierten Notwendigkeit der Existenz von Autorität. Aber die Autorität unseres Dekans, die war in dem Moment hin.
1982 schrieb ich zusammen mit einer Kommilitonin ein Referat über Frauen an der Uni. Wir analysierten die Uni und vor allem unseren Fachbereich. Fazit: Professorinnen: Sehr wenige, an unserem Fachbereich: 0. Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Nicht allzu viele. Nicht-wissenschaftliches Personal: einige; hierzu zählten ja die Sekretärinnen. Studierende: Erstaunlich. Der Fachbereich Rechtswissenschaften wird ja mit dem RCDS und den Korporierten in Verbindung gebracht. Als ich mit dem Studium begann, war die Mehrheit männlich. 8 Semester später waren 51 % der Erstis Frauen. Was auch auffiel: Von den 280 KommilitonInnen, die mit mir angefangen hatten, waren ziemlich genau noch 140 übrig. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand durch Ablegung des Examens bereits ausgeschieden war, dürfte bei unter 1 % gelegen haben. Das war mit dem offiziellen Lehrplan nicht in Übereinklang zu bringen. Alles Verweigerer des Fachidiotentums? Ich glaube es nicht.
1984 hatten wir anlässlich eines Uni-Semesterabschluss-Umtrunks eine Debatte mit unserem Uni-Präsidenten, etwas locker immer als Präser bezeichnet. Ich teilte eher selten seine Auffassungen. Aber er ließ sich zu folgender Bemerkung hinreißen: In der Bundesrepublik gibt es Massenuniversitäten mit insg. 1,8 Mio. Studierenden. Das ist viel zu viel. Die Uni gibt den Freiraum, sich zu entwickeln. Nicht alle, die studieren, werden einen Abschluss schaffen. Aber besser ist es, wenn sie studieren, als dass eine weitere Millionen junger Leute als Arbeitslose auf der Straße stehen. [10] Wir konnten nicht in Erfahrung bringen, ob das auch sein politisches Kalkül war, also die Massen-Uni als Aufbewahrstation, um eine verdeckte Arbeitslosigkeit zu verschleiern. Als Analyse ist die Bemerkung zutreffend gewesen.
„Es muß Schluß gemacht werden mit der Vorstellung, daß der Professor keine andere Verpflichtung hat, als Kenntnisse zu vermitteln.“ Schön wär's. Die Examensvorbereitung überließ die Uni zu meiner Zeit dem Selbststudium. Oder kommerziellen Einpaukern. Deren Kurse, die nicht wenig DM kosteten, waren dann auch gut besucht. Erst als ich fertig war, kamen jüngere Professoren auf die Idee, Examensvorbereitungskurse anzubieten. In jener Zeit verfassten wir ein Diskussionspapier zum Sinn und Zweck von Universität und Studium. Bildung hatten wir erwartet, eine Ausbildung hatten wir erhalten. Natürlich lernst Du ein Leben lang. Andererseits war damals – Mitte der 1980er – unverkennbar, dass die Zeit, die Du in institutionellen Ausbildungseinrichtungen verbringst, immer länger wird. Sicherlich auch aus dem Grunde, den der Präser genannt hatte: Um die wahre Arbeitslosigkeit zu verschleiern. Bildung kannst Du an der Universität durchaus erhalten. Sie wird dort aber nicht vermittelt. Du muss sie Dir selbst aneignen.
Ich habe nach dem Erststudium noch einige Zeit weiterstudiert und möchte konstatieren: Die Freiräume für selbstbestimmtes Leben und Lernen sind notwendig für die eigene persönliche Entwicklung, den eigenen Erkenntnisgewinn, für die Erarbeitung einer eigenen Meinung, einer eigenen Kritik. Mein heutiger [11] Eindruck ist, pessimistisch formuliert. Diese Freiräume werden den Studis nicht nur genommen, sie lassen sie sich auch nehmen. Optimistisch formuliert: Wer hindert Dich daran, die Freiräume wieder einzufordern und in Anspruch zu nehmen?
| [1] | Die Geschichte der Schule kurz zu Ende erzählt: In den 1990ern wurde sie in eine Gesamtschule umorganisiert. Das war dann nicht mehr so elitär. Die Akademikereltern, die für ihren Nachwuchs eine gymnasiale Ausbildung haben wollten, habe ihre Kinder da nicht mehr hingeschickt. Auch ein sozialdemokratisches Projekt. |
| [2] | Quelle weiß ich nicht mehr. Stimmt trotzdem. |
| [3] | Ich will nicht hetzen. Inzwischen habe ich mein Studium beendet und bilde selbst aus und werde regelmäßig von Zweifeln geplagt, ob die von mir gewählten didaktischen Methoden zur Wissensvermittlung oder -erarbeitung sinnvoll sind oder nicht. Wissensvermittlung habe ich aber nicht an der Uni gelernt. Und der Prof vermutlich auch nicht. |
| [4] | Und so kann ich hier demonstrieren, dass ich wenigstens etwas gelernt habe. |
| [5] | Deshalb sind die Gesetze heute völlig unverständlich, aber das ist eine andere Geschichte. |
| [6] | Die Hausbesetzer möchte ich wegen der fehlenden Bürgerlichkeit ausgeklammert wissen; als Form der Selbstorganisation müssen sie natürlich an dieser Stelle unbedingt erwähnt werden! |
| [7] | Bewegung. Da läuft es heute einem kalt den Rücken hinunter. Es gab ja eigentlich nur „die Bewegung“, und damit dürfte der Begriff genug diskreditiert sein. |
| [8] | Ralf Dahrendorf, s.o. |
| [9] | Mir fällt da immer noch meine schöne Polemik zum Grundgesetz ein, dass „Freiheit immer die Freiheit auf Kosten der anderen ist“. |
| [10] | Die Arbeitslosenzahl lag damals in der BRD (alt) bei 2,2 Mio.. Das war ca. 2 Jahre nach Amtsantritt des Arbeitsministers Blüm, der seinen Job mit den Worten begann, er werde innerhalb kürzester Zeit die Arbeitslosigkeit auf unter 1 Mio. bringen. |
| [11] | „Früher war alles besser, früher war alles gut. Da hielten noch alle zusammen, die Bewegung hatte noch Mut“. (Wort zum Sonntag, Die Toten Hosen, Düsseldorf). Weiter geht's übrigens mit: „Hör mir auf mit 'früher', ich kann das nicht mehr hören“. In diesem Sinne! |