Am Institut für Soziologie (IfS) hat am 21. 11. 2002 eine erste Vollversammlung der Fachschaftsinitiative für alle Statusgruppen des Instituts stattgefunden, auf der über die Lage des Instituts informiert und diskutiert wurde und bei der ca. 250 Leute waren.
Die Lage sieht wie folgt aus: die räumliche Situation bei Seminaren und Vorlesungen ist nicht auszuhalten: sitzende Studis auf dem Boden bis auf den Flur, es gibt weder ein Café, noch einen großen Raum zur institutseigenen Verwendung. Über diese Aspekte hinaus ist das größte Problem, dass mit dem nächsten Jahr drei Professoren das IfS verlassen werden und somit, bei steigenden BewerberInnenzahlen (welchen mit steigendem NC abgeholfen wird), nur noch drei Professuren existieren.
Potentiell kritische Abteilungen der Soziologie (Politische Soziologie, Kultursoziologie, Entwicklungssoziologie) sind schon länger nicht mehr mit Professuren besetzt, obwohl diese in der Studienordnung aufgeführt sind.
Eine neue Studienordnung wird zur Zeit ausgearbeitet, welche jedoch mit einem Modularisierungskonzept weitere Verschulungen des Studiums beinhaltet.
Um das Präsidialamt von seiner Entscheidungsunfreudigkeit bezüglich neu auszuschreibender Professuren abzubringen, haben sich Arbeitsgruppen (AG Öffentlichkeitsarbeit, AG Aktion und AG Resolution) zur Ausarbeitung weiterer Strategien gebildet, welche ihre Ergebnisse bei der am 28.11. stattfindenden VV vortragen und diskutieren werden.
Man sieht also an dem Beispiel des IfS: Leider wird es bei existentiellen Unsicherheiten eines Instituts schwer, über das reine Fortbestehen des Instituts an sich hinaus für "freies" und kritisches Lernen und Lehren zu kämpfen. Dennoch: Es kann nicht nur um Quantität, also ein wie auch immer geartetes Lehrangebot am IfS gehen, es muss sich auch um die Möglichkeit eines kritischen und selbstbestimmten Lernens drehen.
Ulrike Maske