Die Beschäftigten des Studentenwerks verzichten seit 2003 auf 8-12 % ihres Einkommens. In den Mensen wurden vermehrt Leiharbeitskräfte für Daueraufgaben zu weitaus schlechteren Bedingungen eingesetzt. Bislang wollte die Geschäftsführerin die oberen Vergütungsgruppen über eine Absenkung der Gehälter der Un- und Angelernten finanzieren. Als ver.di sich diesem Weg verweigert hatte, brach die Geschäftsführung die Tarifverhandlungen im Januar 2009 ab. Erst nach mehreren Aktionen und einem Warnstreik der ver.di im Studentenwerk, sind nun zwei neue Tarifverhandlungstermine vereinbart worden. Für die Verhandlungen am 27.11.09 hat sich die ver.di Tarifkommission das Ziel gesetzt, eine Erhöhung von 50 Euro Sockelbetrag zzgl. 3,1 %, die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen, eine Dynamisierung der Tarifverträge sowie eine Begrenzung der Leiharbeit zu verhandeln.
„Bereits jn der Personalversammlung der Studentenwerksbeschäftigten im September hatten Studierende ihre Solidarität Nachdruck verliehen. Auch im Verwaltungsrat des Studentenwerks bekommen die Beschäftigten Rückendeckung von den studentischen Vertreter_innen. Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen: Den Kampf gegen die fortschreitende Ökonomisierung der Hochschulen können wir nur gemeinsam gewinnen!“, so Jenny Simon, studentische Vertreterin der FU im Verwaltungsrat.
Im Zuge der heutigen Aktion von Studentenwerksbeschäftigten und Studierenden blieb die Mensa der FU stundenlang geschlossen. Der AStA FU organisierte zeitgleich eine alternative Essensausgabe, um Studierende zu verköstigen und die streikenden Beschäftigten zu unterstützen. Die Nachfrage war enorm: Bereits gegen 13 Uhr waren die Töpfe geleert und die Mägen gefüllt. Auch die Vollversammlung des Bildungsstreiks wurde wurde in die stillgelegte Mensa verlegt.
„Gerade der heutige Tag zeigt, dass kritische Hochschulpolitik immer auch andere soziale Kämpfe als lediglich die Interessenartikulation der Studierenden einbeziehen muss. Die heutige Aktion ist ein voller Erfolg – für Studierende und die Beschäftigten des Studentenwerks“, so Lea Ebener, Sozialreferentin des AStA FU.
Allgemeiner Studierendenausschuss der FU