Rund drei Viertel der Studierenden klagen über hohen Leistungsdruck, die Hälfte der Studierenden gibt Schwierigkeiten mit der Vereinbarkeit von Studium und Erwerbstätigkeit an. Die Selektionswirkungen, die diese Unvereinbarkeit von Leistungsdruck und ökonomischen Zwängen ausübt, zeigen sich z.B. in der folgenden Zahl: 65% der Studierenden haben mindestens ein Elternteil mit Hochschulabschluss. Zum Vergleich: die Sozialerhebung des Studentenwerks stellte fest, dass 2006 dies bundesweit für 52% der Studierenden galt. "Die FU erweist sich damit im ohnehin stark selektiven deutschen Hochschulsystem als spezieller Selbstrekrutierungshort einer akademischen Elite", so Sebastian Schneider vom Hochschulreferat des AStA FU.
Während nur 9% der Studierenden den BA als höchsten Abschluss anstreben, wollen 64% der Studierenden zumindest einen Masterstudiengang anschließen. "Das Präsidium wird aufgefordert, die Politik der restriktiven Masterzulassung von mitunter 15% aufzugeben und Masterstudiengänge flächendeckend zu öffnen. Was diese künstliche Verknappung an Studienplätzen bewirkt, lässt sich daran ablesen, dass über ein Drittel der Studierenden eine große Konkurrenz untereinander wahrnimmt. Dieses Ellbogenklima im Kampf um einen Masterplatz ist unerträglich", meint Hochschulreferentin Johanna Strass.
Lediglich 5% der Bachelor-Studierenden hatten zum Zeitpunkt der Befragung ein Semester im Ausland verbracht. Katja Müller vom Fachschaftsreferat hierzu: "Das erklärte und zentrale Ziel der Einführung des BA/MA-Systems war die Internationalisierung des europäischen Hochschulraums. An der FU ist dies offenbar grundlegend gescheitert."
Nur etwas mehr als die Hälfte der Studierenden empfand das Pflichtmodul "Allgemeine Berufsvorbereitung" als sinnvolle Ergänzung zum Studium und weniger als die Hälfte der Studierenden sah die Vermittlung berufspraktischer Erfahrungen durch den Studienbereich ABV positiv. "Die verpflichtende Teilnahme an diesem Studienbereich gehört unverzüglich abgeschafft. Es ist Zeitverschwendung und eine Zumutung, Studierende zur Teilnahme an Berufskursen zu zwingen, die nichts mit ihrem Fach zu tun haben", fordert Johanna Strass und ergänzt: "Anstatt die besorgniserregenden Ergebnisse der Befragung in Pressemitteilungen bunt zu verpacken und anstatt einseitig die Universität als Produktionsstätte vermeintlich exzellenter Forschung zu begreifen, sollte das Präsidium in eine offene Diskussion mit allen Universitätsangehörigen zum Thema Lehre eintreten, in der insbesondere die Studierenden endlich ernst genommen werden."
Zu den Ergebnissen der Bachelor-Befragung 2008.
Allgemeiner Studierendenausschuss der FU