Für den Umbau der UB werden 15 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wobei der Bau bereits im Vorfeld zu klein konzipiert wird. Insgesamt sollen etwa 350.000 Bücher aussortiert werden, zum größten Teil Dubletten, sodass jedes Buch im Fachbereich -und teilweise an der gesamten FU- nur noch einmal vorhanden sein wird.
Für die Studierenden ergibt sich eine weitere dramatische Verschlechterung der Studienbedingungen: die über 5000 Studierenden werden für Standardwerke der Politik- und Sozialwissenschaften zukünftig Schlange stehen müssen, um das jeweils verbliebene Exemplar lesen zu können, oder werden sich Bücher kaufen müssen, was einer Kostenumverteilung von der Universität auf die Studierenden darstellt. Die angekündigten zahlreichen Entlassungen von MitarbeiterInnen führen dazu, dass das fortan fachfremde Personal nicht mehr zu den Inhalten des Bibliotheksbestands befragt werden kann.
Laut Presseerklärung des Präsidiums vom Donnerstag, den 13.12.2007, sollen die Bücher der exil-weißrussischen Universität EHU in Vilnius gespendet werden, ohne dass der betroffene Fachbereich und die dazugehörigen Bibliotheken informiert, geschweige denn, an dem Entscheidungsprozess beteiligt wurden. Offensichtlich ist, dass die Bücher nicht ausgesondert werden, um die EHU zu unterstützen, sondern von vornherein eine deutliche Reduzierung des Bibliotheksbestands geplant war: “Die umfangreiche Spende wird möglich, da unter anderem überzählige Exemplare aus Platzgründen und zur Schärfung des Profils aus der Bibliothek des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften und des Osteuropa-Instituts aussortiert werden.” (FU-Pressemitteilung “Bücherspende an Exiluniversität in Vilnius” vom 13.12.2007)
Sebastian Schneider von der Fachschaftsinitiative (FSI) Ethnologie hierzu: “Das Präsidium will durch diesen Akt vermeintlicher Großzügigkeit studentische Kritik an der sog. Profilschärfung delegitimieren. Sich gegen die Aussortierung hunderttausender Bücher einzusetzen, heißt nicht, der EHU Unterstützung zu verweigern. Es heißt, die weitere Verschlechterung der Studienbedingungen an der FU zu verhindern.”
Wie zuletzt im “Fall Scharenberg” zeigt sich hier erneut, wie das Präsidium der Freien Universität mit Hilfe der sog. “Erprobungsklausel” des Berliner Hochschulgesetzes autoritäre Entscheidung trifft und die demokratischen Stukturen der akademischen Selbstverwaltung vor allem auf Kosten der Studierenden sukzessiv aushöhlt.
In einer ersten symbolischen Aktion werden daher am Dienstag, den 18.12.2007, die Bibliotheken des Fachbereichs mit leeren Regalen versperrt.
Allgemeiner Studierendenausschuss der FU